Lorenz Wirth vertritt die Vorarlberger Leichtathletik-Szene in Eugene im US-Bundesstaat Oregon.
Vom 5. bis 9. August 2026 findet in Eugene im US-Bundesstaat Oregon die 21. U20-Weltmeisterschaft der Leichtathletik statt. Eugene gilt als eine der bedeutendsten Leichtathletik-Hochburgen der Welt und war bereits Schauplatz zahlreicher internationaler Großveranstaltungen. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft treten 1.858 Athletinnen und Athleten aus 147 Nationen der Jahrgänge 2007 bis 2010 gegeneinander an.
Mit dabei ist auch Lorenz Wirth, Athlet der TS Lauterach und ehemaliger Schüler unserer Sportklasse. Vor seiner Abreise in die USA hat er uns erzählt, wie er von seiner Teilnahme erfahren hat, was den Zehnkampf für ihn so besonders macht und worauf er sich in Eugene am meisten freut. Für ihn geht es am Freitag, den 7. August um 19:00 Uhr (MESZ) los.
MS Wolfurt: Herzlichen Glückwunsch zur Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaften! Wie hast du erfahren, dass du dabei bist, und was war dein erster Gedanke?
Lorenz: Vielen Dank! Am Anfang war noch nicht klar, ob ich teilnehmen kann, da elf österreichische Leichtathleten das Limit in ihrer Disziplin geschafft hatten, es jedoch nur acht Startplätze für Österreich gab. Als ich dann Bescheid bekommen habe, galt mein erster Gedanke dem Stadion, in dem ich den Wettkampf bestreiten werde. In diesem Moment ist für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.
MS Wolfurt: Du bist erst 17 Jahre alt und startest bei einer Weltmeisterschaft. Wie fühlt sich das an?
Lorenz: Momentan fühlt sich das noch sehr unrealistisch an, wenn ich daran denke, was für Athleten hier teilnehmen werden. Manche sind bereits Olympiasieger, ein anderer ist schneller als Usain Bolt im gleichen Alter – unbeschreiblich!
MS Wolfurt: Warum hast du dich gerade für den Zehnkampf entschieden? Was gefällt dir an dieser Sportart besonders?
Lorenz: Ich konnte mich nie für eine Disziplin entscheiden, da mir alle Spaß gemacht haben. Genau diese Abwechslung macht den Zehnkampf für mich so besonders.
MS Wolfurt: Wie schaffst du es, Schule, Training und Freizeit miteinander zu verbinden?
Lorenz: Ehrlicherweise bleibt nicht mehr viel freie Zeit übrig, aber genau solche Momente sind der Lohn dafür. So etwas erlebe ich nur einmal im Leben.
MS Wolfurt: Erinnerst du dich noch an deine Zeit an der MS Wolfurt? Gibt es etwas, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Lorenz: Klar, ich kann mich noch gut erinnern. Wir hatten eine gute Zeit mit vielen lustigen Momenten. Ich bin auch jetzt noch mit fast allen aus meiner damaligen Klasse in Kontakt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Wienwoche, weil sehr viel Lustiges passiert ist. Auf die Sporteinheiten habe ich mich ebenfalls immer sehr gefreut.
MS Wolfurt: Hast du damals schon davon geträumt, einmal an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen?
Lorenz: Nein, damals habe ich von einer Medaille bei den Österreichischen Meisterschaften geträumt.
MS Wolfurt: Worauf freust du dich in Eugene in den USA am meisten?
Lorenz: Auf das Stadion, denn es ist das beste der Welt.
MS Wolfurt: Wie sehen deine Tage in Eugene bis zum Wettkampf aus? Hast du neben dem Training und den Wettkämpfen auch Zeit, die Stadt oder das WM-Gelände zu erkunden?
Lorenz: Ja, wir haben etwas Zeit, die Stadt zu erkunden, aber die meiste Zeit verbringen wir mit der Vorbereitung auf den Wettkampf. Am Abend haben wir meistens noch etwas Zeit, um gemeinsam Brettspiele zu spielen oder auf der Switch zu spielen. Der Spaß kommt trotz der WM nicht zu kurz.
MS Wolfurt: Bist du vor einem Wettkampf nervös? Wenn ja, was hilft dir dabei, ruhig zu bleiben?
Lorenz: Früher war ich immer extrem nervös. Mittlerweile hat sich das gelegt. Wenn ich beim Aufwärmen mit den anderen Athleten rede und Spaß habe, hilft mir das, ruhig und mit einem Lächeln in den Wettkampf zu starten.
MS Wolfurt: Werden dich in Eugene Familie oder Freunde unterstützen? Kommen deine Eltern, Geschwister oder andere Fans mit in die USA, oder drücken sie dir von zu Hause aus die Daumen?
Lorenz: Ja, meine Eltern und mein Bruder kommen, um mich anzufeuern.
MS Wolfurt: Vielen Dank, dass du dir für uns Zeit genommen hast! Viel Erfolg und vor allem viel Spaß für die bevorstehenden Tage!
Lorenz: Vielen Dank!
Das Interview führte Sportlehrer und Lorenz' ehemaliger Klassenvorstand Emanuel Köb.