Ehemalige Sportklassenschülerin gehört zu den besten Nachwuchsspielern Europas im Badminton.
Interview Jana Weissenbach
Vom 18. bis 27. August 2026 fanden in Tatabánya in Ungarn die U19-Europameisterschaften im Badminton statt. Mit dabei war auch Jana Weissenbach vom UBSC Wolfurt, ehemalige Schülerin unserer Sportklasse und Teil des österreichischen U19-Nationalteams. Gemeinsam mit den besten Nachwuchsspielern Europas durfte sie Österreich sowohl im Team- als auch im Individualbewerb vertreten.
Was diese Teilnahme für uns besonders macht: Jana besuchte dieselbe Sportklasse wie Lorenz Wirth und Samuel Wachter, die wir in den vergangenen Wochen bereits anlässlich ihrer internationalen Meisterschaften interviewt haben. Während Lorenz Österreich bei der U20-Weltmeisterschaft in der Leichtathletik vertrat und Samuel bei der Junioren-Europameisterschaft im Einsatz war, durfte nun auch Jana auf internationaler Bühne antreten. Dass gleich drei ehemalige Schüler derselben Sportklasse innerhalb weniger Wochen Österreich bei großen internationalen Wettkämpfen vertreten, ist alles andere als alltäglich.
Nach ihrer Rückkehr haben wir mit Jana über ihre Erlebnisse bei der Europameisterschaft, die Besonderheiten eines internationalen Badmintonturniers, ihre sportlichen Ziele und ihren bisherigen Weg von der Sportklasse der MS Wolfurt bis ins österreichische U19-Nationalteam gesprochen.
MS Wolfurt: Herzlichen Glückwunsch zur Teilnahme an der U19-Europameisterschaft! Wie war es für dich, Österreich bei einem so großen internationalen Turnier vertreten zu dürfen?
Jana: Es war eine mega Erfahrung für mich und auch ein Ziel, das ich schon lange hatte und endlich erreicht habe! Ich durfte das erste Mal bei einem „großen“ Event wie den Europameisterschaften teilnehmen und ich habe mich sehr gefreut, dass ich Österreich vertreten durfte.
MS Wolfurt: Du hast mittlerweile schon einige internationale Wettkämpfe bestritten. War die Europameisterschaft trotzdem noch einmal etwas Besonderes für dich?
Jana: Auf jeden Fall! Ich war zwar schon auf „bekannteren“ internationalen Turnieren wie den German oder Dutch Juniors dabei, aber zur Europameisterschaft gibt es trotzdem große Unterschiede. Die Atmosphäre der Spieler:innen und auch die professionellere Organisation waren für mich sehr besonders.
MS Wolfurt: Im Teambewerb habt ihr unter anderem gegen Tschechien, Estland, Irland und Ungarn gespielt und konntet gegen Irland einen Sieg feiern. Wie hast du diese Tage mit dem österreichischen Team erlebt?
Jana: Ich kann mich daran erinnern, dass die Tage sehr emotional, motivierend und auch intensiv waren. Man hat bei jedem Ballwechsel der Teammitglieder mitgefiebert und durch die Stimmung im Team war das Empfinden der Spiele sehr intensiv.
MS Wolfurt: Badminton kennt man häufig als Einzelsportart, bei der Europameisterschaft wart ihr aber auch gemeinsam als Nationalteam unterwegs. Was macht für dich den Unterschied zwischen einem Mannschaftsbewerb und einem Einzel- oder Doppelbewerb aus?
Jana: Für mich liegt der Unterschied darin, dass man beim Mannschaftsbewerb das Gefühl hat, nicht „alleine“ auf dem Feld zu stehen. Das Team steht hinter einem. Man trägt in seinem Spiel die Verantwortung des Teams und will auch für sie gewinnen, was sowohl Druck macht, aber auch motivierend ist.
MS Wolfurt: Bei einer Europameisterschaft triffst du auf die besten Nachwuchsspielerinnen Europas. Was ist dir im Vergleich zu nationalen Turnieren besonders aufgefallen?
Jana: Es war sehr interessant die Spieler:innen der führenden Nationen zu sehen (Frankreich, Dänemark, Türkei) und mitzukriegen, wie deren Verhalten auch neben dem Feld ist. Auf den anderen internationalen Turnieren fahren die nämlich nicht in einem „großen“ Team hin. Diese Eindrücke waren also neu für mich. Auch die Halle und die Organisation des Turniers waren anders als bei nationalen Turnieren.
MS Wolfurt: Was konntest du aus der Europameisterschaft für dich persönlich und für deine weitere sportliche Entwicklung mitnehmen?
Jana: Dass sich harte Arbeit und Disziplin schlussendlich immer auszahlt und man aber trotzdem immer weiter hart arbeiten sollte, wenn man etwas erreichen will.
MS Wolfurt: Du warst gemeinsam mit Lorenz Wirth und Samuel Wachter in unserer Sportklasse. Beide haben uns in den vergangenen Wochen ebenfalls von ihren internationalen Meisterschaften erzählt. Wie ist es für dich zu sehen, dass gleich drei ehemalige Schüler:innen derselben Klasse in unterschiedlichen Sportarten auf internationaler Ebene unterwegs sind?
Jana: Es freut mich sehr zu sehen, dass auch die beiden ihren Weg im Sport finden und beibehalten konnten und ich finde es sehr schön, dass sich die vielen Jahre an harter Arbeit, die wir alle investiert haben, ausgezahlt haben.
MS Wolfurt: Wenn du heute auf deine Zeit in der Sportklasse der MS Wolfurt zurückblickst: Hat dir die Verbindung von Schule und Sport auf deinem weiteren sportlichen Weg geholfen?
Jana: Ganz sicher! Ich wurde durch die MS Wolfurt unterstützt, sodass ich auch teilweise während der Schulzeit an nationalen und internationalen Turnieren teilnehmen konnte, was mich in meiner Sport-Karriere auf jeden Fall weitergebracht hat. Auch der Sportunterricht hat mir geholfen, für meine Sportart „fit“ zu werden und Spaß/Abwechslung zu haben.
MS Wolfurt: Badminton verlangt Schnelligkeit, Reaktion, Ausdauer und gleichzeitig sehr viel Konzentration. Was ist für dich persönlich die größte Herausforderung in deiner Sportart?
Jana: In meiner Situation ist eine der schwierigsten Herausforderungen auf vieles gleichzeitig zu achten. Ich bin Doppel/Mixed-Spielerin, das heißt ich stehe immer mit einem Partner/in auf dem Feld. Das Schwierigste dabei ist, auf meine/n Partner/in zu achten und zu motivieren, gleichzeitig muss ich mich aber auch auf mich selbst konzentrieren und die Taktik in einem Spiel umzusetzen. Dabei auch immer volle Leistung zu bringen ist nicht einfach.
MS Wolfurt: Wie gehst du mit Nervosität vor einem wichtigen Spiel um? Gibt es etwas, das dir unmittelbar vor dem ersten Ballwechsel hilft?
Jana: Vor meinem Spiel habe ich eine gewisse Aufwärm-Routine, die mir dabei hilft, weniger nervös zu sein. Ich höre oft Musik und stelle mir während dem Aufwärmen vor, wie ich Ballwechsel spiele und meine Topleistung abrufen kann. Das bringt mir ein Gefühl der Sicherheit und verscheucht die Nervosität meistens ziemlich gut. Unmittelbar vor einem Ballwechsel atme ich oft tief durch und lasse mir Zeit, um nicht mehr so nervös zu sein. Ich stelle mir auch wieder vor, wie ich beim nächsten Ballwechsel Vollgas geben werde.
MS Wolfurt: Was war bisher der schönste oder prägendste Moment deiner Badminton-Karriere?
Jana: Zu einem meiner größten und schönsten Erfolge gehört der zweite Platz im Damendoppel bei einem internationalen Turnier und einer der prägendsten Momente ist auf jeden Fall die EM. Das Gefühl bei einem solchen Event mitmachen zu dürfen ist einfach unbeschreiblich.
MS Wolfurt: Welche sportlichen Ziele hast du als Nächstes? Gibt es ein Turnier oder ein Ziel, das du in den kommenden Jahren unbedingt erreichen möchtest?
Jana: Mein nächstes Ziel ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 Anfang Oktober in Kairo, um mich dort mit den weltweit besten Spieler:innen zu messen! Ich freue mich sehr, dass ich diesen September für die Weltmeisterschaft nominiert wurde und jetzt heißt es alles geben im Training, damit ich Topleistung bringen kann.
MS Wolfurt: Wow, das ist beeindruckend! Wir wünschen dir für die Weltmeisterschaft und alle kommenden Wettkämpfe viel Erfolg und freuen uns nach der WM von dir zu hören!
Jana: Vielen Dank!
Das Interview führte Emanuel Köb.